Google Analytics

Google Analytics

Google Analytics ist ein kostenloser Dienst und webbasiertes Tool des US-amerikanischen Unternehmen Google Inc., mit welcher sich Datenverkehrsanalysen von Webseiten anfertigen und auslesen lassen. Mit seiner Hilfe können Webmaster oder sogenannte SEO Manager wichtige Statistiken der Besucherströme einer Internetpräsenz abrufen und weitere Schritt einleiten, um die Webseite auf Suchmaschinenzugriffe zu optimieren.

1. Geschichte

Nach seiner Übernahme entwickelte Google Inc. auf Basis der von Urchin erworbenen Software das eigene Produkt GoogleAnalytics. Der Ursprung des heute bekanntesten Web-Analysewerkzeugs lässt sich an dem Namen des zur Analyse herangezogenen Verfahrens erkennen, welches auch heute noch „Urchin Tracking Motor“ (kurz: UTM) lautet. Weiterhin deutet die Account-ID auf Urchin hin, da die Analytics-ID mit dem Kürzel „UA“ beginnt, welches für den Begriff „Urchin-Account“ steht.

Nachdem das Unternehmen Urchin übernommen wurde, passte Google das Webanalytics-System des Unternehmens vollständig auf die eigene Anwendung an. Zugleich legte Google Inc. großen Wert darauf, dass das neue Produkt mit bereits bekannten Google-Diensten wie zum Beispiel „Google AdWords“ verknüpft wurde. Außerdem bot der Großkonzern bereits zu Beginn Google Analytics in 16 verschiedenen Sprachen und völlig kostenlos an. Dies hatte anfangs eine hohe Nachfrage und einen ungeahnten Verbraucheransturm zur Folge, was wiederum in einer Serverüberlastung und einem kurzzeitigen Ausfall des Dienstes führte. Im Jahr 2006 gelang Google Inc. jedoch ein Datenverkehrsnetz zu schaffen, welches es Webmasternermöglichte Google Analytics ungehindert zu nutzen.

In den folgenden Jahren optimierte und entwickelte Google seine Webanalyse-Software durch Übernahmen von weiteren IT-Unternehmen weiter. Damit wurden dem Programm nicht nur weitere Funktionen, sondern auch eine stetige Verbesserung bereits vorhandener Mechanismen gewährleistet. So erreichte Google Analytics mit einem neuen Layout sowie weiteren entscheidenden Funktionen einen Meilenstein in der Geschichte der Webanalyse.
Mit einer neuen Version namens „Universal Analytics“ aus dem Jahr 2013 ist es erstmals möglich eine geräteübergreifendeNutzungsverfolgung sowie den Weg eines Kunden, bevor eine Kaufentscheidung trifft, einzusehen.

Mittlerweile ist Google Analytics in 31 unterschiedlichen Sprachen erhältlich. Darüber hinaus lassen sich nun mithilfe einesAndroid-Gerätes und der gleichnamigen Anwendung aus dem Google Play Store Analytics-Daten auch mobil abrufen.

2. Nutzung

Google setzt für die Nutzung seines Webseitenanalysetools ein Google-Konto voraus. Sobald eine Anmeldung bei GoogleAnalytics erfolgt ist, wird dem Webseitenbetreiber ein sogenannter Tracking-Code generiert, welchen er in den Quelltext seiner Webseite einbetten muss, um die gewünschten Webanalyse-Informationen zu erhalten. Ein für die Nutzung von GoogleAnalytics erzeugtes Tracking-Code-Snippet sieht standardmäßig wie folgt aus:

Alternativ ermöglichen einige Plugins die Einbindung des Web-Tracking-Codes in den Quelltext. Hierbei muss dann meist dieAnalytics-ID in das Plugin eingegeben werden, damit Google Analytics aktiviert wird. Ein Nachteil der alternative Einbindung des Tracking Codes ist jedoch, dass keine Modifikationen oder individuelle Anpassungen am Analytics-Code vorgenommen werden können.

Google Analytics lässt sich auf nahezu jeder HTML- als auch PHP-Webseite einrichten. Gleichzeitig kann eine Internetpräsenz mit zwei Google Analytics-Konten verknüpft werden, indem der erstere Tracking-Code um einen zweiteren ergänzt wird. Der Einsatz mehrerer Analytics-Konten ist hilfreich, wenn Nutzer mit Zugriffsrechten auf unterschiedliche PropertiesInformationen ein und derselben Webseite beobachten möchten oder wenn mehrere Versionen einer Webseite vorhanden sind. 2)

Andererseits können in einem einzelnen Google Analytics-Konto weitere Accounts erstellt und diese dann in die Propertiesunterteilt werden. Das ermöglicht dem Kontoinhaber eine Vielzahl von Webseiten, soweit diese eine individuelle Google-IDimplementiert haben, zu analysieren.

3. Funktionen

Die grundlegenden Funktionen von Google Analytics lassen sich in sechs große Themenbereiche einordnen:

Mit „Analyse Tools“ können Nutzer mit Standardberichten die Interaktionen auf Ihrer Webseite einfach erfassen, messen und analysieren. Mit nur wenigen Klicks lassen sich hier zugleich benutzerdefinierte Berichte und Benutzergruppen erstellen sowie weitere wichtige Informationen ermitteln.

Der Sektor „Analytics for Content“ gewährt dem Webseitenbetreiber Content-Berichte mithilfe sich die Top-Inhalte seines Internetauftritts erkennen lassen. Es gibt darüber Auskunft, wie oft Besucher die Unterseiten besuchen, wie lange sie dort verweilen und wie oft Conversions stattfinden.

„Berichte zu sozialen Netzwerken“ – Mit dieser Aufgabenbeschreibung nimmt sich Google Analytics einem weiteren Themengebiet an. Google hat das Potenzial von sozialen Netzwerken erkannt. Da die Nutzeranzahl in sozialen Netzwerken ansteigt, sollen auch hier die Auswirkungen einer Seite gemessen werden. Mit den Berichten lässt sich in erster Linie einsehen, wie sich soziale Medien auf Geschäftsziele und Conversions auswirken.

Webseiten generieren immer mehr Traffic durch mobile Geräte, weswegen es laut Google wichtig sei die Ausmaße von mobilen Webseiten, Apps und deren Einfluss auf den geschäftlichen Erfolg zu verstehen. Mit „Analytics für mobilen Traffic“ wird dem Nutzer ermöglicht die Leistung von mobilen Webseiten und Apps zu erfassen.

Die Google „Conversions Suite“ findet mit verschiedenen Analysefunktionen heraus, wie viele Kunden eine Webseite erreicht und welche Aktivitäten sie auf der zu beobachtenden Seite ausführen. Zusammenfassend soll ermittelt werden, in welcher Beziehung sich die digitalen Marketingkanäle zu den Besuchern einer Webseite befinden.

Mit „Analytics für Werbung“ soll das Suchmaschinenmarketing effektiver gestaltet werden. Hier findet der Anwender heraus, wie gut getätigte Werbemaßnahmen funktionieren, indem er Suchanzeigen, Display-Werbung, soziale Netzwerke und Partnerprogramme verfolgt. „Analytics für Werbung“ stellt außerdem engen Bezug zu dem Google-Dienst Google AdWords her.

4. Anbindung an andere Google-Dienste

Ein Google Analytics-Konto lässt sich in wenigen Schritten mit anderen Google-Diensten verknüpfen. Die typischen Analytics-Daten lassen sich dann mit weiteren Informationen aus den anderen Anwendungen anreichern. Wird ein Google Analytics-Konto mit einem Google AdWords-Account verbunden, können so beispielsweise Optimierungsvorgänge in der Keyword-Gestaltung eingeleitet werden. 3)

Seit dem Oktober 2011 ist es außerdem möglich, sein Konto mit Google Webmaster Tools zu verbinden und um weitereZugriffsdaten zu bereichern. Mit einer kürzlich erschienen Anwendung für das Betriebssystem Android ruft der Nutzer Statistiken aus Google Analytics unterwegs auf dem Smartphone oder dem Tablet ab.

5. Kritik

Google Analytics ist datenschutzrechtlich umstritten, da es mit seinem Analysewerkzeug ein umfassendes Profil von Besuchern einer Webseite erstellen kann. Falls der Besucher einen anmeldepflichtigen Google-Dienst verwendet, kann das zuvor erstellte Besucherprofil zusätzlich einem Google-Account und somit eindeutig einer Person zugeordnet werden.

In den USA ist die Speicherung der Daten zwar problematisch, rechtlich gesehen jedoch zulässig, da Sie dem Datenschutz einen geringeren Stellenwert, als es europäische Staaten tun, zugestehen. In vielen Teilen Deutschlands bleibt die Nutzung von Google Analytics durch öffentliche Stellen rechtswidrig, da sich Google weigert den deutschen Richtlinien in derDatenschutzbestimmung nachzukommen.

Als Nutzer kann man verhindern, dass Google Datenspuren erfasst und schützt somit seine eigene Privatsphäre. Dies gelingt zum Beispiel durch das Blockieren von JavaScript. Hierfür bietet Firefox das Add-On NoScript an. Aber auch Anwendungen wieGhostery oder Werbeblocker verhindern die Analyse der Tätigkeiten im Internet.
Alternativ ist es möglich die Google-Analytics-Domain komplett zu sperren. Auch dies gelingt über einen Werbeblocker oder die Aufnahme in eine Sperrliste, die mittlerweile viele Router bereitstellen.